Spuren.tracks 2014




 

Im Rahmen von “Eyes On”, in Kooperation mit Eva Würdinger, Förderateliers des Bundes, Wattgasse/Wien

 

 

 

Ausstellungsansichten

 

 

Text:

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Käthe Hager von Strobeles fotografische Arbeiten zu Objekten aus vorgefundenen Wohnkulturen sprechen von einer „Doppelpräsenz“ der Dinge im Bild. Neben ihrer formal-ästhetischen Erscheinung als Dinge und Relikte verschiedener Lebenswelten, tragen auch diese unter der Maske ihrer Objekthaftigkeit menschliche Eigenschaften.[1] Als fotografierte Sujets erscheinen diese Quasi-Subjekte als „unheilbar theatralisch“.[2] Ihre Setzung und Auswahl suggeriert die Folge eines szenischen Rituals, welche für die Handlungen als Fotografin charakteristisch sind. Die mögliche Sinnhaftigkeit der fotografierten Objekte erweist sich als Sinnproduktion im Akt des Fotografierens selbst. Die Spur dieser szenischen Handlung ist das fotografierte Objekt selbst.

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Der spezifische Gebrauch der Fotografie als Spurensicherungsmedium wird in beiden Positionen der Künstlerinnen unterlaufen. Denn beide Künstlerinnen verschreiben sich nicht einer vermeintlichen Indexikalität, welche den Situationen ihrer Aufnahmen eigen sind. Spuren werden infolge des Dialogs erst produziert.

Es wird vor allem auf die formale Spuren innerhalb der fotografischen Bilder aufmerksam gemacht. Im Raum werden die Rezipientinnen zu einem reflexiven Prozess angeregt diese fotografischen Analogien zu lesen. Entlang der Wände folgen die Betrachterinnen in diesem Sinne einem „track“, welcher von einem Bild zum nächsten weiterleitet. So verzweigen sich die Linien der Äste von Sträuchern vor einem Häuserblock in der Fotografie von Eva Würdinger zu den Fältelungen zweier von Gebrauch abgezeichneten Lampenschirme von Käthe Hager von Strobele. Als sichtbare Zeichen setzen sich die fotografischen Motive aber über ihre bloße formale Faktizität hinweg. In der Betrachtung und Kombination von unterschiedlichen Orten und Objekten verweist die Zeichensprache der Fotografie auf ihre Kraft latente Inhalte zu produzieren. Neben dem vorgelegten „track“ der Ausstellung können sich in Folge in ihrer Rezeption mehrere „tracks“ entwickeln.

 

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[1] Vgl. Juliane Rebentisch: Buchstäblichkeit und Bedeutung, in: diess.: Ästethik der Installation. 5. Aufl.. Suhrkamp: Frankfurt a.M.. 2013, S. 51-79

[2] Michael Fried: Kunst und Objekthaftigkeit, in: Georg Stemmrich (Hg.): Minimal Art eine kritische Retrospektive. Dresden/Basel: Verlag der Kunst 1995, S.334-374 zitiert in: ebenda: S.55